sächsische Maße und Gewichte


Stand: 30.11.2004 | suchen| impressum | feedback | home

Damit keine Mißverständnisse aufkommen: In Sachsen gelten selbstverständlich die international anerkannten SI-Einheiten. Aber früher war das anders.

Maße

Das kleinste Längenmaß war die Linie. Sie entsprach 1,9665 mm. Zwölf Linien ergaben ein Zoll (2,3599 cm), was ungefähr Daumenbreite ist.
Die Längeneinheit Fuß bestand aus 12 Zoll. Ein sächsischer Fuß entsprach damit 28,319 cm oder einer Schuhgröße zwischen 42 und 43.
Eine Elle war 2 Fuß lang.
Ein Lachter (dieses Maß wurde im Bergbau verwendet), waren 7 Fuß und somit 1,98233 m. Im Jahre 1830 wurde der Sächsische Lachter mit genau 2,00 Meter festgelegt.


Gewichte

Eigentlich handelt es sich ja um Einheiten der Masse. Gewicht ist die Kraft, die die Erdanziehung auf die Masse ausübt. Doch das wußten die meisten Sachsen früher noch nicht. (Manche wissen es heute noch nicht.)

Das Münzgewicht war die Grundlage für die Gewichtseinteilung im Gold- und Silberhandel. Es wurde also für relativ geringe Menge verwendet. Ein Quent entsprach 3,650 g. Vier Quent waren ein Loth (14,599g) und sechzehn Loth eine Mark der Münze (233,5837g).
Das Pfund der Münze hatte eine Masse von 466,912g.

Das Zentnergewicht wurde schon seit dem 16. Jahrhundert angewendet.
Ein Bergzentner hatte 110 Pfund bzw. 51,358kg. Ein Pfund entsprach also 466,893g.

Im Jahre 1858 wurden die Maßeinheiten etwas modernisiert:
1 Zollzentner = 100 Zollpfund = 50kg
1 Zollpfund = 30 Loth = 500g
1 Loth = 16,67g

Für das Stollenbacken gab es auch noch ein besonderes Maß:
1 Metze = 1/16 Dresdener Scheffel = 6,44 Liter bzw. 8 Pfund
Da immer "halb und halb" (Mehl + Zutaten) gebacken wurde, erbrachte 1 Metze vier Vierpfünder.