Säggssch - die Sprache der Sachsen


Stand: 2007-01-01 | suchen| impressum | feedback | home |

"Die Oesterreicher und Bayern verstehen die Thüringer und Sachsen nicht, sonderlich die Niederländer... Die oberländische Sprache nimmt den Mund voll und weit, und lautet hart. Aber die sächsische Sprache gehet fein leise und leicht ab."
Wer das gesagt hat?
Ein Sachse natürlich, Martin Luther.


Für alle Nichtsachsen: ein kleines Säggssch - Hochdeutsches Wörterbuch

ahsen = verschwenderisch sein
Arschgeiche = Arschgeige (Schimpfwort)
än Abbl = einen Apfel
ähdsch = ätsch (ein Ausdruck der Schadenfreude)
ä scha = ach wo

Balsch = Balg (Kind)
Bliemchengaffee = dünner Kaffee
Bredchen = Brötchen
bredchen = predigen

Dämmse = große Hitze
diggschen = dickköpfig, eingeschnappt sein
Dähz = Kopf
Drambl = Trampel,unhöflicher Mensch
dreeschen = stark regnen
dusselich = tolpatschig,ungebildet

eebsch = ewig
eindieseln = sich parfümieren

fähnsn = weinen
Fissemadendchen (machen) = aus der Reihe tanzen
Flähz = Mensch ohne Manieren
fludschn = gut funktionieren
Fummel = Bekleidung

Gelumbe = unnützes Zeug
gluggn = sich festsetzen
Gribbs = Geist, Verstand
Griebsch = Strunk z.B. vom Apfel
Gohgelmosch = Ramsch (Mohsch), der zum Zwecke des Verbrennens (Goglns) im "Gohlngasdn" aufbewahrt wird
gägsch = blaß,krank aussehen
Grigge = (Krücke) unsympathische Frau
gugge ma! = sieh mal!

Hiddsche = Fußbank
heemdüggsch = heimtückisch
Huddelei = Ärger haben

jetze = jetzt

Klitsche = kleiner Ort
Knatsch = Streit
Knete = Geld

leiern = drehen, auch: weinen

mähren = etwas langsam tun
Mohdschegiebschen = Marienkäfer
mohschn = krümeln, kleckern, etwas verschütten
Muggefugg = Malzkaffee

Nappsilze = Dummkopf, Pfeife, alberner Mensch
närrsch =seltsam
Nischel = Kopf
noor = nicht wahr
nu (kurz gesprochen) = ja

oh = auch
Offwasch = Abwasch

Ranziehgugger = Fernglas


Ausspracheregeln

Frei nach dem Motto: "De weeschn besieschn de hardn" = Die "weichen" (Konsonanten) besiegen die "harten" spricht der Sachse
das t wie ein d aus.
k wird zu g,
p zu b,
ei zu e (gedehnt),
ö wird ebenfalls ein gedehntes e,
...er wird zu ...or,
...ig zu ...sch und
...g(...) wird oft ...sch(...).

Also immer alles "scheen babbsch" aussprechen.


So, wer bis hierher gelesen hat, müßte auch folgenden Dialog übersetzen können:

"Babba, was for ä Ardiggl sedzd mor denn vor Lehm?"
"Das gommd druff an, mei Sohn. Der Lehm is das, womidd dor Dischler de Dische lehm duhd, die Lehm sin wilde Diere un das Lehm is das Gechndeil von Dohd."