Die Ernestinische Linie der Wettiner


Stand: 14.01.2005 | suchen| impressum | feedback | home

Ernst Ernst (* 24. 3. 1441, † 26. 8. 1486 in Colditz),
regierte gemeinsam mit seinem Bruder Albrecht dem Beherzten, bis er 1485 die Teilung des wettinischen Besitzes veranlasste. In der Leipziger Teilung erhielt er das mit der Kurwürde verknüpfte Gebiet um Wittenberg, den südthüringischen Teil, das Vogtland und Teile des Pleißnerlandes.
Als Residenz wählte er Wittenberg. Er sorgte für die Wohlfahrt des Landes und führte die Landständische Verfassung ein, in welcher die Stände Mitsprache in den Städten erhielten. Ein Jahr nach der Teilung starb Kurfürst Ernst mit 46 Jahren an den Folgen eines Sturzes vom Pferd.

Friedrich III. der Weise Friedrich III. der Weise (* 17. 1. 1463 in Torgau, † 25. Mai 1525 in Lochau bei Torgau),
gründete 1502 die Universität Wittenberg, an der Martin Luther lehrte. Obwohl er selbst treuer Katholik war, schützte Friedrich III. den Reformator Luther, als dieser, vom Papst gebannt, der Reichsacht verfallen war. Da Friedrich dem freien Geleit nicht traute, das der Kaiser auf dem Wormser Reichstag zugesagt hatte, ließ er Luther entführen und brachte ihn als" Junker Jörg" auf die Wartburg in Sicherheit. Damit rettete er die Reformation, die, von Sachsen ausgehend, weite Teile des Reiches und Europas erfaßte. Friedrich III. selbst sperrte sich lange gegen die neue Lehre, und bekannte sich erst auf dem Sterbebett zur Reformation.

Johann der Beständige Johann der Beständige (* 1468, † 16.08.1532 auf Schloß Schweinitz),
 folgte seinem Bruder in der Herrschaft. Wie sein Beiname verrät, nahm er gegenüber der Reformation die gleiche Haltung wie sein Bruder ein. 1527 wurde die Evangelisch-Lutherische Landeskirche gegründet, deren "oberster Bischof" der Kurfürst war. Der 1530 zur Verteidigung der Reformation gegründete Schmalkaldensche Bund der evangelischen Reichsstände stand unter Führung Kursachsens und Hessens. Nach seinem Tod wurde Johann, wie sein Bruder Friedrich, in der Schloßkirche zu Wittenberg beigesetzt.

Johann Friedrich der Großmütige Johann Friedrich der Großmütige (* 1503, † 03.03.1554 in Weimar),
förderte die Reformation, wie vor ihm schon sein Onkel und Vater. Im Schmalkaldenschen Krieg stand er an der Spitze der Reformierten. Von seinem Vetter Moritz verraten, wurde er am 24.April 1547 von der Übermacht der kaiserlichen Truppen auf der Lochauer Heide gefangengenommen. Das ursprünglich ausgesprochene Todesurteil wurde nach Fürbitte einflußreicher Fürsten (u.a. auch Moritz) in lebenslanges Gefängnis umgewandelt. Nach fünf Jahren Gefangenschaft entlassen, verlor jedoch die Kurwürde und alle seine Länder. (Später bekamen seine Söhne einen Großteil der Ländereien zurück.)


Durch den Verlust der Kurwürde und ständige Erbteilungen (und damit verbundene Zersplitterung ihres Besitzes) wurde die Ernestinische Linie sehr bald politisch bedeutungslos. Ihr größtes Verdienst bleibt wohl die Unterstützung der Reformation in Deutschland.