Die Kurfürsten von Sachsen


Stand: 15.04.2004 | suchen| impressum | feedback | home
In der Goldenen Bulle von 1356 war festgelegt worden, daß nur die sieben Kurfürsten (Erzbischof von Mainz, Erzbischof von Trier, Erzbischof von Köln, König von Böhmen, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Sachsen-Wittenberg und Markgraf von Brandenburg) das Recht haben, den deutschen Kaiser zu küren (wählen).
Nach dem Aussterben der Askanier erhielt Friedrich I. 1423 vom König Sigmund das Herzogtum Sachsen-Wittenberg. Damit rückten die Wettiner zu Kurfürsten auf.

Friedrich IV. der Streitbare Friedrich IV. der Streitbare (* 11.04. 1370,  † 04.01.1428 in Altenburg),
Der Sohn Friedrichs III. regierte nach dem Tod seines Onkels Wilhelm I. 1407 die Mark Meißen gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm II. sowie seinem Cousin Friedrich dem Friedfertigen (Sohn Balthasars). Nach Landesteilungen 1410 und 1415 erhielt er die Mark Meißen zur Alleinherrschaft. An der Seite des Königs nahm er 1420 an den Hussitenkriegen teil und wurde am 6.Januar 1423 mit dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg und der Pfalzgrafschaft Sachsen belohnt. Damit stieg Friedrich IV., der sich jetzt Friedrich I. nannte, zum Herzog und Kurfürsten auf. Nach dem Tod seines Bruders Wilhelm wurde Friedrich Herrscher über den gesamten wettinischen Besitz außer Thüringen. Als Friedrich 1428 starb, wurde er als erster Wettiner in der Meißener Domkapelle beigesetzt.

Friedrich II. der Sanftmütige Friedrich II. der Sanftmütige (* 22.08.1412 in Leipzig,   † 07.09.1464 in Leipzig),
übernahm gemeinsam mit seinen Brüdern Wilhelm III., Heinrich und Sigismund die Regierung. 1433 schlossen die Wettiner endlich Frieden mit den Hussiten.
Die Zusammenkunft der Stände 1438 gilt als der erste Landtag Sachsens. Sie erhielten das Recht, sich bei Neuerungen im Steuerwesen auch ohne Einberufung durch den Herrscher zusammenzufinden. Ab 1466 mußten sie auch bei Entscheidungen über Krieg und Frieden gehört werden.
Mit dem Tod Friedrichs des Friedfertigen 1440 kam Thüringen wieder zum Kurfürstentum. Nachdem Heinrich und Sigismund als Mitregenten ausgeschieden waren, teilten Friedrich und Wilhelm den Besitz auf. In der Altenburger Teilung 1445 erhielt Wilhelm III. den thüringischen und fränkischen Teil, Friedrich den Ostteil des Kurfürstentums. Die Bergwerke blieben gemeinsamer Besitz. Streitigkeiten über die Verteilung führten jedoch 1446 zum Sächsischen Bruderkrieg, der  erst am 27. Januar 1451 mit dem Frieden von Naumburg ein Ende fand.

Nach dem Tod Friedrichs II. 1464 übernahmen seine beiden Söhne, Ernst und Albrecht, zunächst gemeinsam die Regierung. Nachdem 1482 Herzog Wilhelm III. starb, fiel Thüringen an das Kurfürstentum Sachsen zurück.

Die Wettiner gehörten nun zu den mächtigsten Fürsten Deutschlands.

Es kam jedoch am 26.08.1485 zur Leipziger Teilung, dem wohl schwersten politischen Fehler der Wettiner. Durch diese Teilung versank Sachsen später in der politischen Bedeutungslosigkeit und Brandenburg-Preußen konnte zur Großmacht aufsteigen.

Leipziger Teilung