Die Markgrafen von Meißen und Landgrafen von Thüringen


Stand: 15.04.2004 | suchen| impressum | feedback | home

Heinrich III. der ErlauchteHeinrich der Erlauchte (* 1218?, † 15.02.1288 in Dresden),
der Sohn Dietrichs, war in seiner Jugend Minnesänger. Später erwarb er die Landgrafschaft Thüringen und trat als Förderer der Städte in Erscheinung. So verlieh er Leipzig 1263 die eigene Gerichtsbarkeit und 1273 das Münzrecht. Auch die Kultur wurde von ihm gefördert. Die von ihm veranstalteten glanzvollen Turniere waren in ganz Europa berühmt.
Schon zu Lebzeiten gab er Teile seines Besitzes an seine Söhne weiter. Albrecht erhielt die Landgrafschaft Thüringen, die Pfalz Sachsen (an der Unstrut, westlich von Naumburg) und das Pleißenland. Dietrich bekam die neugebildete Mark Landsberg.

ohne Bild Albrecht der Entartete (* 1240,  † 13.11.1314 in Erfurt),
heiratete 1253 Margarethe, die Tochter Kaiser Friedrichs II., die er jedoch 1270 zugunsten seiner Geliebten Kunigunde von Eisenberg wieder verstieß. Da er immer wieder Teile seines Landes verkaufte oder verpfändete, waren Familienstreitigkeiten an der Tagesordnung. Als sein Vater 1288 starb, kam es innerhalb der Familie zu Kämpfen um das Erbe. Gemeinsam mit Friedrich Tuta, dem Sohn seines 1285 verstorbenen Bruders Dietrich von Landsberg erhielt er die Mark Meißen. Ein Jahr später verkauft er seinen Anteil an Friedrich Tuta. Den Beinamen "der Entartete" bekam er schon zu Lebzeiten. Zugunsten seines Sohnes Friedrich dankte er am 11.01.1307 ab. Als er im November 1314 starb, wurde er nicht in der Familiengruft in Kloster Altzella, sondern in Erfurt bestattet.

Friedrich I. der Freidige Friedrich I. der Freidige (der Gebissene) (* 1257,  † 1323 auf der Wartburg),
Als 1291 der König Rudolf von Habsburg und kurz darauf Friedrich Tuta starben, nutzte Friedrich die Gunst der Stunde und errang die Mark Meißen, bevor sie ein neuer König als erledigtes Reichslehen einziehen konnte.
Der 1292 zum König gewählte Adolf von Nassau eroberte Thüringen und die Mark Meißen, so daß Friedrich 1296 nach Tirol flüchten mußte.
Mit der Fürstenopposition verbündet, eroberte er die Mark 1298 zurück. Der neue König Albrecht I. von Habsburg verpfändete die Mark jedoch an den Böhmenkönig Wenzel II., bis sie nach dessen Tod 1305 an Albrecht zurückfiel.
1306 zwang der König Albrecht den Entarteten, seine Söhne Friedrich und Diezmann zu enterben und ging militärisch gegen sie vor. Friedrich nötigte seinen Vater mit Waffengewalt, abzudanken (8.Januar 1307) und besiegte gemeinsam mit seinem Bruder Diezmann  den König in der Schlacht bei Luckau am 31.Mai 1307.
Nachdem Diezmann während einer Messe in der Leipziger Thomaskirche erstochen wurde, regierte Friedrich in der Mark Meißen und Thüringen allein. Als Dank für die Unterstützung im Kampf um die Königskrone bestätigt König Ludwig der Bayer 1323 das Reichslehen der Wettiner.

ohne Bild Friedrich II. der Ernsthafte (* 30.11.1310 in Gotha,  † 18.11.1349 auf der Wartburg),
erhielt 1329 mit der Volljährigkeit die Regierung über die Mark Meißen und heiratete Mechthild, die Tochter Kaiser Ludwigs des Bayern. Nach dessen Tod 1347 wurde Friedrich die deutsche Königskrone angeboten. Er lehnte jedoch zugunsten Karls IV von Luxemburg ab, da dieser für einen Kampf schon zu mächtig war. Friedrich II. beschränkte sich darauf, seine Herrschaft  zu konsolidieren und gegen die von Karl IV. ausgehende Gefahr zu verteidigen. Bei einem Treffen 1348 in Bautzen erkannten beide die bestehenden Besitzstände an.

ohne Bild Friedrich III. der Strenge (* 14.10.1332 in Dresden, † 26.05.1381 in Altenburg),
übernahm nach dem Tod des Vaters 1349 vormundschaftlich die Regierung für seine Brüder Wilhelm, Balthasar und Ludwig. 1350 belehnte der Kaiser die vier Brüder gemeinschaftlich mit der Mark Meißen. 1368 begann die gemeinsame Regierung, danach lösten sich die Brüder aller zwei Jahre an der Spitze der Herrschaft ab. 1379 wurde eine Landesteilung vorbereitet, die jedoch erst nach dem Tod Friedrichs III. zum Tragen kam.

ohne Bild Wilhelm I. der Einäugige (* 29.12.1343 in Dresden,   † 09.02.1407 in Grimma),
erhielt am 13. November 1382 mit dem Vertrag von Chemnitz die Markgrafschaft Meißen, Teile des Osterlandes und des Pleißenlandes. Die Freiberger Bergwerke und die Münze blieben gemeinschaftlicher Besitz. Durch eine umsichtige Landesverwaltung förderte Wilhelm den Landesausbau. 1407 starb Wilhelm kinderlos.